Der Burschenschafter-Kommers am 20. Juni 2009 in Insbruck könnte für einige Teilnehmer ein juristisches Nachspiel haben. So zeigt eine Aufnahme der ‘Tiroler Tageszeitung‘ einen älteren Mann in einer Pose, die den Hitlergruß darstellen könnte. Zu dem Vorfall soll es kurz vor dem Ende der Veranstaltung gegen 0.30 Uhr gekommen sein. Der Betreffende ist auf dem Foto jedoch nur von hinten zu sehen.
Nach Medienberichten sei er allerdings nicht der einzige gewesen, der die Hand in dieser Weise erhob. Bis zu zehn Teilnehmer des Kommers hätten den Hitlergruß gezeigt, heißt es unter Berufung auf Augenzeugen. Die zuständige Staatsanwaltschaft ermittelt. “Wir haben die Sicherheitsdirektion beauftragt, Ermittlungen gegen Unbekannte wegen Verdachts der NS-Wiederbetätigung einzuleiten”, so ein Sprecher.
Das Vorbereitungskommitee wies die Vorwürfe am Montagabend allerdings zurück. Es habe sich um einen “antifaschistischen Treueschwur” gehandelt, hieß es in einer Pressemitteilung. In Wahrheit sei es “die erhobene Schwurhand zu der letzten Strophe des “Südtiroler Trutzliedes” gewesen. Darin heiße es “Erhebt nun eure Hände zum Schwure hoch und hehr …”, so die Veranstalter. Das zu Beginn der 1920-iger Jahre gedichtete “Trutzlied” sei “die heimliche Kampfhymne des antifaschistischen Untergrundes gegen die faschistische Gewaltherrschaft in Südtirol” gewesen und “auf heimlichen Versammlungen gesungen” worden.
Der Festkommers der Burschenschafter hatte in Innsbruck im Vorfeld für Spannungen gesorgt. Ein Großaufgebot der Polizei sollte mögliche Ausschreitungen verhindern. Die beiden Gegenkundgebungen mit rund 2.000 Teilnehmern verliefen aber ohne gröbere Zwischenfälle. Martin Graf (FPÖ), umstrittener Dritter Nationalratspräsident und selbst Mitglied der schlagenden Wiener Burschenschaft ‘Olympia’, hielt eine Festrede, in der er mit den Medien hart ins Gericht ging. Er forderte “echte Pressefreiheit” und “unabhängige Medien”.