Infolge anhaltender rechtsextremer Übergriffe auf rund 100 rumänische Roma in Belfast will die Mehrheit der Familien das Land verlassen. Zuletzt wurde auch eine Kirche attackiert, in der sich die Menschen vor Tagen in Sicherheit gebracht hatten.
Medienberichten zufolge zählen die Täter zum Umfeld der rechten Terrorgruppe „Combat 18“. Sie sollen aus dem protestantischen Village-Viertel stammen, in dem die paramilitärische Organisation „Ulster Defence Association“ (UDA) traditionell stark verwurzelt ist. Die Zahl der rassistisch motivierten Straftaten hat sich nach Polizeiangaben in Nordirland in den letzten sechs Jahren fast vervierfacht.
Der TV-Sender ‘Euronews’ berichtet über die Ereignisse am 23. Juni 2009:
“In Nordirland gehen die rassistischen Übergriffe weiter. In Belfast war diese Kirche das Ziel. Mehrere Fenster wurden eingeworfen. Die Polizei konnte drei Tatverdächtige festnehmen. In die Kirche waren vergangene Woche mehr als 100 Rumänen vor ausländerfeindlichen Angriffen geflüchtet.
Politiker warnen vor einem Rechtsruck. “Mir fällt am meisten auf, dass besonders junge Leute gesehen haben, was kürzlich in England bei den Europawahlen passiert ist”, sagte Vize-Regierungschef Martin McGuinness. “Dieser so genannte Erfolg der British National Party. Es gibt eine Gefahr, dass es sich um Trittbrettfahrer handelt.” Die Wohnhäuser der Rumänen waren mehrmals das Ziel rassistischer Attacken. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter Mitglieder einer Gruppe von jungen Rechtsradikalen sind.
Die meisten der rund 100 Rumänen haben sich inzwischen entschlossen, Nordirland zu verlassen. Nur 14 von ihnen wollen bleiben. Bis zuletzt hatte die nordirische Regierung und die Stadtverwaltung von Belfast versucht, die Rumänen zum Bleiben zu bewegen. Die meisten von ihnen sagen aber, ihnen bleibe keine andere Wahl als die Heimreise.” (Quelle: Euronews, 23.06.2009)